Teufelsleib

Knaur TB – 11/2010
560 Seiten, € 9,99
Teufelsleib

Klappentext
Kommissar Peter Brandt ist gerade aus einem Kurzurlaub mit seiner Freundin, der Staatsanwältin Elvira Klein zurück, als er mit einem besonders seltsamen Mordfall konfrontiert wird.

In einem Apartment in Offenbach wird eine junge Frau tot aufgefunden. Vor ihrem Ableben wurde sie über einen längeren Zeitraum hinweg von ihrem Peiniger schwer misshandelt. Das eigentlich Merkwürdige ist aber: In ihrer Hand hält sie einen Olivenzweig, und in ihrem Mund findet man eine Olive und eine Taubenfeder.

Sehr schnell stößt Brandt auf das Geheimnis der Toten: Sie ging offenbar einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nach, genau wie zwei weitere Frauen, die in den letzten zwölf Monaten in Offenbach ermordet wurden. Und er betritt eine Welt aus Armut, religiösem Fanatismus, Verdrängung und Rache. Und er trifft auf Menschen, für die Schweigen oberstes Gebot ist.

Making of
Ich habe mich diesmal entschlossen, eine Geschichte zu schreiben, die in der sogenannten Unterschicht spielt, wo die Menschen mit zum Teil extrem wenig Geld auskommen müssen und diese Menschen zu einem großen Teil sich selbst überlassen werden. Ich habe einige wahre Schicksale als Grundlage genommen, jedoch die Personen so verändert, dass sie nicht wiedererkannt werden können.

Zudem habe ich eigene Erfahrungen aus einer Zeit einfließen lassen, die für mich und meine Familie materiell alles andere als rosig war.
Doch das ist nicht der Hauptstrang des Romans. Es geht um Menschen, in diesem Fall Frauen, die aus ihrem kärglichen Leben ausbrechen wollen und … Tja, nun möchte gerne wohl jeder wissen, wie es weitergeht. Aber das wird erst verraten, wenn das Buch erscheint.

Ein weiterer wichtiger Handlungsstrang spielt inmitten der „Schweigsamkeit“ einiger Protagonisten. Sie machen es Brandt sehr schwer bei seinen Ermittlungen, doch er findet heraus, dass es unter den “Schweigern” welche gibt, die zum Teil sehr lange zurückliegende und belastende Geheimnisse mit sich herumschleppen.

Und es geht natürlich um die Beziehung zwischen Peter Brandt und Elvira Klein und ein paar Zickenkriege zwischen Andrea Sievers und Elvira Klein – sozusagen als Auflockerung der insgesamt doch düsteren Geschichte.

Insgesamt ist es ein typischer Offenbach-Roman, auch wenn er diesmal etwas härter oder vielleicht auch grausamer ausfällt als die bisherigen. Aber wie heißt es doch so schön: Das Böse ist immer und überall.

PS: Allen, die auf Julia Durant warten und wissen wollen, wie es denn nach  “Mörderische Tage” mit ihr weitergeht, sei gesagt: Sie kommt wieder, und zwar im November 2011.  Aber fragen Sie mich nicht nach der Handlung, noch verrate ich nichts. Aber sie kommt – versprochen!

 
Copyright © Andreas Franz