Knaur TB, 2000
517 Seiten, € 8,95

Klappentext
Rätselhafte Mordfälle mit exotischen Giften! Innerhalb kürzester Zeit werden drei angesehene Mitglieder der Religionsgemeinschaft „Kirche des Elohim“ ermordet aufgefunden. Als Hauptkommissarin Julia Durant und ihre Kollegen Nachforschungen über die Toten anstellen, erfahren sie, dass sich hinter deren Maske der Wohlanständigkeit Machtmissbrauch und Demütigungen, Misshandlungen und Lügengebäude verbargen. Mit eigenwilligen Methoden verfolgt die Kommissarin eine Spur, an deren Ende ein tragisches Schicksal steht.
Making of
Vor das Vorwort habe ich ein Bibelzitat aus Matthäus 23:23 gesetzt: …Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz außer acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue…
Ich habe dieses Zitat bewusst gewählt, da hier Christus zu den Pharisäern spricht und deren heuchlerisches Gehabe anprangert. Angesichts der Romane, die ich schreibe, mögen mich die meisten Leser für einen überzeugten Atheisten halten, aber in Wahrheit glaube ich sehr fest an Gott und an ein Leben nach dem Tod. Allerdings musste ich im Laufe meines Lebens auch feststellen, dass die größte Brutstätte für Heuchelei innerhalb der Kirchen zu finden ist, eine Art kollektive Bigotterie. Meine Recherchen ergaben, dass selbst einige der vorgeblich honorigsten Herren, die mit scheinbar demutsvoller Stimme von der Liebe Gottes und vom ewigen Leben predigten oder auch predigen, und die immer wieder darauf hinwiesen, wie wichtig das Halten der Gebote sei, im wahren Leben oftmals die schlimmsten Lügner und Betrüger waren, ihre Frauen schlugen, ihre Kinder misshandelten, die Ehe brachen, ja sogar direkt in schwere kriminelle Aktivitäten verwickelt waren. Nachdem ich immer weiter recherchierte, wurde ich mit soviel Schmutz konfrontiert, dass ich mich entschloss, darüber einen Roman zu schreiben, wobei ich mich an einem wahren Fall aus den USA orientierte, aber auch einen Fall aus Deutschland mit hinzuzog. Und ein Artikel in der ZEIT vom 8.5.02 mit dem Titel „Sünder im Talar“ unterstreicht nur das, was ich herausgefunden habe. Und wer die mittlerweile einige Jahre zurückliegenden Ereignisse aus dem Raum Regensburg verfolgt hat, wird schnell merken, dass hinter dem Buch mehr als nur Fiktion steckt.
Natürlich ist der Plot selbst erfunden, doch die Kernaussage, dass außer in der Politik nirgendwo mehr gelogen wird als in den Kirchen, unterschreibe ich auch heute noch, auch wenn ich gerne zugebe, dass ich sehr viele demütige und gläubige Menschen auf meinem Lebensweg kennengelernt habe, die ihren Glauben auch wirklich und mit reinem Herzen leben, und für die Nächstenliebe nicht nur ein Wort ist. Diesen Menschen gilt meine größte Hochachtung und Respekt.
Ich habe für diesen Roman auch bewusst eine fiktive Kirchengemeinschaft gewählt, denn es wäre unfair, eine einzelne Kirche hervorzuheben.
Im Zuge meiner weiteren Recherchen nahm ich auch Kontakt zu einem weltweit anerkannten Toxikologen der Rechtsmedizin Frankfurt auf, der mir die Wirkungsweise von tierischen Giften erklärte, ich wälzte von ihm verfasste Fachbücher, sprach etliche Male mit einem befreundeten Apotheker etc…
Textupdate 02/2009

