Jung, blond, tot

Knaur TB, 496 Seiten,
Erstauflage 11/1996,
8,95 €

Jung, blond, tot

Klappentext
Eine Serie mysteriöser Mädchenmorde beunruhigt die Bevölkerung von Frankfurt/Main. Alle Ermordeten sind blond. Der Mörder vergewaltigt seine Opfer, tötet sie und vollzieht sodann ein Ritual, bei dem er die Haare der Mädchen zu zwei Zöpfen mit roten Schleifchen bindet. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Fast hilflos jagen Kommissarin Durant und ihre Kollegen scheinbar hinter einem Phantom her – bis ein nahezu unglaublicher Zufall den Täter enttarnt.

Making of
Als ich fünfzehn war, wohnte ich in unmittelbarer Nähe der McNair Kaserne in Frankfurt-Höchst, wo ich 1969 einen sehr netten jungen Soldaten kennenlernte, Mark Alan Smith. Mit ihm verbrachte ich viel Zeit in der Billardhalle, wir gingen ins Kino, er war regelmäßig bei uns zu Gast, er leitete einen kleinen Chor, spielte Gitarre, trat im nahegelegenen Seniorenheim auf, ein hilfsbereiter, höflicher junger Mann. Kaum ein Jahr später kehrte er in die Staaten zurück. Etwa sechs Monate danach kamen zwei Kripobeamte zu uns, legten uns ein Bild von ihm vor und fragten, ob wir diesen Mann kennen würden. Natürlich wollten wir wissen, was mit ihm war. Wir erfuhren, dass er während seiner Zeit in Frankfurt mindestens vier Frauen umgebracht hat, doch es wird vermutet, dass insgesamt acht Morde allein zwischen Frankfurt und Mannheim auf sein Konto gehen. Wieder in den Staaten hat er innerhalb kürzester Zeit eine Blutspur hinter sich hergezogen, bis er tatsächlich durch einen nahezu unglaublichen Zufall der Polizei ins Netz gegangen ist.

Viele Jahre später sammelte ich sämtliches Material, dessen ich habhaft werden konnte, über die damaligen Morde zusammen und erhielt nach langem Hin und Her schließlich Einblick in Verhörprotokolle und psychologische Gutachten. Außerdem traf ich mit dem Vater eines der Opfer, der mir sehr viele Details berichtete, die nicht in den Medien nachzulesen waren. Damit war der Grundstock für „Jung, blond, tot“ gelegt, den Roman selber verfasste ich jedoch erst zwischen 1991 und 92. Das Täterpsychogramm ist jedenfalls identisch mit dem von Mark Alan Smith, ebenso die im Prolog geschilderte Begebenheit.

Knapp ein Jahr nach Erscheinen des Romans erhielt ich von einer Hauptkommissarin der Kripo Frankfurt ein Schreiben, in dem ich gefragt wurde, ob ich ein Kollege sei, dem ein Fall besonders nahegegangen ist. Ich antwortete natürlich prompt, woraufhin ein sehr intensiver Kontakt zu zwei Hauptkommissaren entstand, die mir für meine weiteren Bücher sehr wertvolle Informationen lieferten und es auch immer noch tun. Außerdem lernte ich dadurch nach und nach weitere Beamte aus ganz Deutschland kennen, Gerichtsmediziner, durfte bei Obduktionen anwesend sein… Insgesamt gesehen sind mir durch „Jung, blond, tot“ bei der Polizei und anderen Stellen viele Türen geöffnet worden, wofür ich sehr dankbar bin.

Textupdate 02/2009

 
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