Das Verlies

Das Verlies – August 2004
460 Seiten, € 8,90

Das Verlies

Klappentext
Wieder einmal muss Julia Durant ermitteln. Rolf Lura, Eigentümer eines exklusiven Autohauses, verschwindet spurlos, nachdem er morgens wie immer gegen acht Uhr das Haus verlassen hat. Seine Frau, die ständig unter seinen Launen zu leiden hat, für die Prügel, Vergewaltigung und Misshandlung fast zum Alltag gehören, kann sich nicht erklären, wo ihr Mann, der überaus pflichtbewusst ist, abgeblieben sein könnte. Es wird eine Vermisstenanzeige aufgegeben, Julia Durant und Frank Hellmer suchen Gabriele Lura auf, die jedoch keine hilfreichen Angaben machen kann.

Am Abend wird das Auto des Vermissten gefunden, es ist nicht abgeschlossen. Der Verdacht drängt sich auf, dass Gabriele Lura etwas mit dem Verschwinden ihres Mannes zu tun haben könnte, aber es gibt nicht einen einzigen Hinweis darauf. Als sich die Beamten am nächsten Morgen im Autohaus umhören, erzählt eine Angestellte aus der Buchhaltung der Kommissarin eine Geschichte, die den Saubermann Lura plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt.

Aber wer jetzt glaubt, ich würde noch mehr über diesen Roman schreiben, der irrt. Denn ich will ja nicht die Spannung vorwegnehmen, nur so viel, es ist ein Psychothriller der besonderen Art, nicht zu vergleichen mit den Fällen, die Julia Durant sonst zu bearbeiten hat.

Making of
In der Geschichte geht es um häusliche Gewalt und die Hilflosigkeit, der Frauen und Kinder meist ausgesetzt sind. Ich wollte über ein Thema schreiben, das mich selbst sehr berührt, da ich Gewalt gegenüber Frauen nur zu gut kenne, wobei keiner denken soll, dass ich jemals meine Hand gegen eine Frau oder ein Kind erhoben hätte. Wie die LeserInnen aus meiner Biographie ersehen können, habe ich diese extreme Gewalt in meinem Elternhaus erlebt, genau wie meine Frau von ihrem ersten Mann sehr häufig misshandelt wurde.

Dieses Thema war der Grundstein für den Roman, in dem ich aber auch zeigen will, dass die Gewalttäter sehr oft ihrem eigenen Tun ebenso hilflos gegenüberstehen, wie die Opfer den Tätern. Dennoch gibt es für mich keine Entschuldigung für Gewaltexzesse in Beziehungen, die in den meisten Fällen von den Männern ausgehen. Die Betonung liegt auf “meisten”, womit ich sagen will, dass es auch oft genug umgekehrt ist. Sie werden verstehen, was ich meine, wenn Sie das Buch lesen.

Textupdate 02/2009

 
Copyright © Andreas Franz