… „Die Bankerin“ ist der Titel eines ausgesprochen spannenden Romans von Andreas Franz …
Rhein-Zeitung, Koblenz, 4.9.98
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… Ein Unterhaltungsroman mit Crime und Sex, an dessen Ende ein perfekter Mord und fast ein Happy-End stehen. Aber nur fast, der Schluß wäre wohl für den Autor zu trivial und märchenhaft gewesen… Ein Roman, der gewiß ein geeignetes Drehbuch für einen Film abgeben könnte …
Darmstädter Echo, 22.6.98
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Buchbesprechung bei Deutsche Welle, Köln, 21.7.98
Gespräch zwischen Dr. Kluge und Hanno Murena, Kulturredaktion
Dr. Kluge: Herr Murena, Sie haben den neuen Kriminalroman von Andreas Franz, ‘Die Bankerin’ gelesen. Er beginnt recht spannend, hält er auch, was er am Anfang verspricht?
H. Murena: Absolut. Der Autor Andreas Franz spannt einen Bogen von einer ganz
o spannenden Situation am Anfang und reißt den Leser mit bis zum Schluß des Buches, er versteht es, die Handlung langsam psychologisch aufzubauen und den Leser in seinem Bann zu halten.
Dr. Kluge: Darf ich noch einmal den Begriff des Bogens aufnehmen, es geht von Frankfurt eigentlich bis Portugal. Wie sind denn die Schauplätze gestaltet? Sind sie plastisch?
H. Murena: Ja. Andreas Franz beschreibt ungewöhnliche Situationen in vertrautem bürgerlichem Milieu. Darin unterscheidet er sich von vielen Kriminalschriftstellern, die ins Weite schweifen oder gar in Situationen, die sie gar nicht kennen. Er, der Andreas Franz, ist ein schrecklich genauer, ja geradezu gnadenloser Beobachter, er führt uns mitten in einen Frankfurter Stadtteil, in Hauseingänge und Wohnungen, die wir eigentlich gar nicht lieber kennenlernen wollten, auf der andern Seite zeigt er ein kleinbürgerliches Milieu auf und er zeigt auch ein kleinstädtisches Milieu am Rande von Frankfurt.
Er selbst ist ja in Quedlinburg geboren, er kennt also diese Gemeinden dort in Sachsen-Anhalt, und er kennt auch die Großstadt mit all ihren Schattenseiten.
Dr. Kluge: Wie steht es denn mit den Personen? Sind sie mit Leben gefüllt, wenn man diesen Begriff mal auf einen Krimi anwenden kann?
H. Murena: Ja, das ist die Stärke von Andreas Franz. Er beschreibt keine Menschen, die irgendwo abgehoben leben, sondern er beschreibt Menschen aus dem bürgerlichen Milieu. Mit vielen dieser Menschen aus dem Geschäftsleben, aus dem Privatleben und auch dem Familienleben könnten wir uns identifizieren, wir kennen ihre Probleme, er kennt sie übrigens selber sehr genau, er beschreibt eben das private Leben der Menschen, das sich plötzlich verwickelt sieht in eine große Kriminalstory.
Dr. Kluge: ‘Die Bankerin’ von Andreas Franz ist sein drittes Buch. Ist es auch sein bestes?
H. Murena: Ich glaube ja. Andreas Franz war am Anfang, als er den Roman ‘Jung, blond, tot’ und später den ‘Finger Gottes’ schrieb, noch sehr amerikanisch orientiert. Er hat ja viele Romane geschrieben, die noch gar nicht veröffentlicht sind, und diese amerikanische Orientierung läßt jetzt nach, er wird immer, ich möchte sagen, ‘deutscher’, das heißt, er wendet sich immer mehr und mehr einem Milieu zu, das er sehr gut kennt. Er wirkt stellenweise sogar kitschig, aber es ist ein Kitsch, der uns täglich begegnet, der uns so vertraut ist, weil wir ihn aus der Wirklichkeit kennen und aus den Medien; aus dem Fernsehen und aus den Illustrierten. Franz malt eigentlich die gesellschaftlichen Klischees in seinen Romanen ab, und da ist er inzwischen auf einem Standard angekommen, der sehr hoch anzusetzen ist, weil seine Sprache auch nicht schön ist, es ist keine schöne Literatur, sondern es ist eine knappe, oft sehr klare Sprache, die unangenehme Stimmungen beschreibt und die aufs Gemüt gehen kann und psychologische Situationen sehr exakt wiedergibt.
Dr. Kluge: Das Buch hat fast 400 Seiten. Ist es nicht eigentlich zu dick für einen Krimi?
H. Murena: Ich glaube nein. Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, gerät man sehr schnell in den Bann dieser Spannung, in die psychologischen Situationen; es geht ja um einen erfolgreichen Mann, der mit Frau und vier Kindern im Wohlstand lebt und plötzlich ruiniert wird durch einen Betrug, und dann gerät seine Familie ins Abseits, ins gesellschaftliche Abseits. Und eine Bankfrau will ihm helfen, und sie hat gewisse Bedingungen zu stellen an diese Hilfe – das will ich jetzt lieber nicht verraten, es folgen Morde, Erpressungen, familiäre Turbulenzen, Erotik und inzestuöse Beziehungen, und es folgt ein Happy End, das gar keines ist, das noch schrecklicher endet an sich, und ich glaube, 400 Seiten halten einen wirklich in Spannung.

