Da bin ich mal wieder, werde aber nur ein paar klitzekleine Details ändern gegenüber April, aber …
… wo ist bloß die verdammte Zeit geblieben?! Ich weiß, ich habe diese Frage schon im Februar und April gestellt, doch die vergangenen Monate sind so schnell vergangen, dass ich gar nicht mitbekommen habe, wo die Zeit denn nun geblieben ist. Liegt es an den vielen Terminen und Lesungen? Keine Ahnung, aber eine andere Erklärung habe ich nicht. Mir kommt es jedenfalls so vor, als würden sich die Uhr, die Welt, das Universum und alles und überhaupt in immer schnellerem Tempo drehen (klingt verquer, was? Soll es auch
.
Na ja, liegt vielleicht auch daran, dass ich älter werde und der Zeitbegriff für mich eine neue Bedeutung gewinnt oder schon gewonnen hat. Man stelle sich vor, ich bin zweifacher Großvater! Und das seit bald drei Jahren! Kinders, das ist heftig. Dachte ich vor dreißig Jahren noch, was wird wohl im Jahr 2000 sein, dann dachte ich nur daran, okay, da bist du 46. Und jetzt bin ich schon 56 – in Worten “sechsundfünfzig”! – fühle mich aber mal wie sechsundzwanzig, dann mal wieder wie sechsundachtzig, ich höre nur noch Volksmusik, der Musikantenstadl ist meine Lieblingssendung geworden, ich überlege mir, einem Seniorenclub beizutreten und mir einen Platz im Altersheim reservieren zu lassen
) !
Nein, nein, nein, das nicht! Ich habe bei allem gelogen, außer bei meinem Alter und den Enkeln. Egal, Lebbe geht weiter. Ich höre nach wie vor Bon Jovi, AC/DC, Deep Purple, aber auch unser allerliebste Lena, der ich für Oslo alle vier, sechs, acht, zehn Daumen drücke. Und ich werde, das weiß ich genau, nie in meinem Leben Volksmusik hören. Damit will ich aber nicht all jene beleidigen oder herabwürdigen, die das gerne tun, nur, ich bin mit einer anderen Musik aufgewachsen, habe in meiner Zeit als Musiker andere Musik gespielt und kann nun mal mit dem “Schunkeln” nichts anfangen. Jeder soll das tun und machen, was er/sie für gut und richtig hält und bei dem er/sie sich wohlfühlt. Nur bitte, lasst auch allen anderen ihre Freiheit.
Über mein mieses Jahr 2009 habe ich im November geschrieben und werde es auch nicht mehr ausgedehnt wiederholen. Nur so viel: Es geht mir wieder gut, und damit ist das Thema “meine Gesundheit” abgehakt. Aber ich werde in Zukunft definitiv besser auf mich aufpassen und auch mal die Beipackzettel von Medikamenten lesen, auch wenn ich nach dem Lesen derselben das Gefühl haben muss, von diesem Zeug eher gekillt als geheilt zu werden (Stichwort Cortison für die, die nicht wissen, was ich meine).
Aber, und das muss ich an dieser Stelle loswerden: Ich bin allergiefrei!!! Das heißt, eine äußerst kompetente und intuitive Heilpraktikerin hat meine Allergien und alles, was damit zusammenhing (und das war eine ganze Menge, u.a. Kreuzallergien, depressive Phasen etc.) “weggezaubert”. Mein Leben hat eine völlig neue Qualität gewonnen, mit der ich auch erst mal fertig werden muss. Eine tolle Qualität, die ich vor einem guten halben Jahr noch nicht einmal ansatzweise für möglich gehalten hätte. Der Dank, nach beinahe vierundvierzig Jahren Allergien endlich “frei” zu sein, kann gar nicht in Worte gefasst werden. Ein paar Infusionen, ein paar Eigenblutbehandlungen – und alles war weg. Eine großartige Frau, die ihr Handwerk wirklich versteht.
Nun aber zu etwas anderem, was Sie vermutlich wesentlich mehr interessiert. “Eisige Nähe” ist seit Februar im Handel, was bedeutet, dass Sören Henning und Lisa Santos wieder ermitteln. Viele von Ihnen haben das Buch schon gelesen und werden womöglich Fragen haben, Fragen, die mir auch bei meinen Lesungen gestellt werden. Zum Beispiel, wie viel Wahrheit in dem Buch steckt.
Nun, ich habe einen wahren Fall aus der Gegenwart und auch einen besonders grausamen und leider nur allzu wahren aus der Vergangenheit einfließen lassen, der mir von zwei betroffenen Personen berichtet wurde. In diesem Buch gibt es ein Nachwort, denn ich will keinen Leser mit einem unguten Gefühl zurücklassen, sondern erklären, warum eine bestimmte Szene für mich so eminent wichtig ist. Zudem erläutere ich in diesem Nachwort noch einige andere Dinge zu diesem Buch.
Sören und Lisa haben es anfangs mit dem Mord an einem sehr bekannten Musikproduzenten (jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen wäre rein zufällig) zu tun, der zusammen mit seiner noch sehr jungen Geliebten in seinem Zweitwohnsitz an der Ostsee aufgefunden wird. Doch das ist nur der Anfang einer Mordserie, die diesmal jedoch nicht von einem “typischen” Serienkiller begangen wird, sondern von einem Auftragskiller mit dem “ungewöhnlichen” Namen Hans Schmidt, der diesmal jedoch in eigener Mission unterwegs ist, um bestimmte Personen zu liquidieren. Warum er dies tut, werde ich jedoch auch diesmal nicht verraten. Hans Schmidt spielt neben den Kommissaren die tragende Rolle in dem Roman, aber es geht auch um die Machenschaften in dubiosen Organisationen, die eine gewichtige Rolle innerhalb unseres Landes spielen. Organisationen, die nicht nur das Gesetz vertreten sollen, sondern längst eigene Gesetze geschaffen haben.
Aber damit zu einem anderen Thema: Dem nächsten Offenbach-Krimi. Erscheinungstermin offiziell 10.11.2010, aber wie ich aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, wird das Buch bereits Anfang Oktober in den Regalen stehen … Es kann jedoch auch sein, dass es tatsächlich erst Anfang November im Handel ist.
Titel: “Teufelsleib”. Peter Brandt und seine staatsanwaltschaftliche Kollegin und mittlerweile auch Gefährtin an seiner Seite werden ermitteln. Diesmal geht es in die Unterschicht, ein Wort, das die Politiker gar nicht gerne hören, weil es “politisch nicht korrekt” ist. Nur, das ist mir egal, denn ich verbinde Unterschicht nicht automatisch mit asozial, sondern auch mit vielen Menschen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt werden oder wurden. Menschen, die oft wie Müll behandelt werden. Ich kenne etliche von ihnen und weiß, wie mit ihnen umgegangen wird. Egal ob auf Ämtern oder seitens der Nachbarn. Doch darüber schreibe ich vielleicht in meinem nächsten Newsletter. Auf jeden Fall muss Brandt unter anderem in diesem Milieu ermitteln, wo tragische Schicksale enger beieinander liegen als irgendwo sonst. Ein Milieu, das Brandt zwar schon seit langem bekannt ist, in das er aber diesmal tiefer denn je eintaucht bzw. eintauchen muss.
Zu der Geschichte nur eine Kleinigkeit: Es geht u.a. um den Mord an einer Frau, die eben aus dieser Unter- oder auch Hartz IV-Schicht stammt. Der Mörder hat ein Ritual vollzogen. Bei ihrem Auffinden deutet nichts darauf hin, dass die Tote an der Armutsgrenze gelebt hat, denn die Kleidung, die sie trug, bekommt man nicht bei einem Discounter oder am Ramschtisch. Doch beim Überprüfen ihrer Personalien stellt sich heraus, wer die Tote in Wirklichkeit war. Und damit beginnt für Brandt und seine Mitarbeiter, aber auch für Elvira Klein die Jagd nach einem Mörder, der seine Opfer ausschließlich in diesen Kreisen sucht … Ein Mörder, der bereits im Laufe des vergangenen Jahres zwei Morde begangen hat und die Polizei vor ein riesengroßes Rätsel stellt. Woher kommt er? Warum sucht er sich ausgerechnet “diese” Frauen aus? Warum dieses seltsame Ritual, das auf einen religiösen Hintergrund hindeutet?
Die Beamten haben unzählige Fragen und fast keine Antworten. Doch mit einem Mal platzt der Knoten, und Brandt und Elvira Klein werden mit Menschen konfrontiert … Uups, jetzt fange ich doch tatsächlich schon fast an, zu viel zu verraten.
Nein, mehr verrate ich nicht! Lassen Sie sich einfach überraschen, so lange dauert es ja nicht mehr, bis das Buch erscheint. Na ja, Zeit ist eben relativ, sechs Monate können sehr lang, aber auch sehr kurz sein.
Und hier noch einmal die Reihenfolge meiner Romane.
Zur kurzen Erläuterung: TB steht für Taschenbuch, HC für Hardcover oder gebunden.
Julia-Durant-Reihe, Frankfurt:
1. Jung, blond, tot (TB 1996)
2. Das achte Opfer (TB 1999)
3. Letale Dosis (TB 2000)
4. Der Jäger (TB 2001)
5. Das Syndikat der Spinne (TB 2002)
6. Kaltes Blut (TB 2003)
7. Das Verlies (TB 2004)
8. Teuflische Versprechen (TB 2005)
9. Tödliches Lachen (TB 2006)
10. Das Todeskreuz (TB 2007 – Julia ermittelt erstmals zusammen mit Peter Brandt)
11. Mörderische Tage (TB 2009)
12. Mai/Juni 2011, TB, Titel wird noch bekanntgegeben
Peter-Brandt-Reihe, Offenbach:
1. Tod eines Lehrers (TB 2004), erschien auch bei Weltbild unter „Der Teufelspakt“
2. Mord auf Raten (TB 2005)
3. Schrei der Nachtigall (TB 2006)
4. Das Todeskreuz (TB 2007 – Peter ermittelt erstmals zusammen mit Julia Durant)
5. Teufelsleib (TB Herbst 2010)
Kieler Reihe mit Sören Henning und Lisa Santos:
1. Unsichtbare Spuren (HC 2006, TB 9/2007)
2. Spiel der Teufel (HC, April 2008)
3. Spiel der Teufel (TB, August 2009)
4. Eisige Nähe (HC, Februar 2010, TB Nov. 2011)
Romane außerhalb der drei Reihen:
1. Der Finger Gottes (TB 1997)
2. Die Bankerin (TB 1998)
Als Hörbücher sind erschienen (in Klammern die jeweiligen Sprecher):
Jung, blond, tot (Julia Fischer)
Der Finger Gottes (Manfred Callsen)
Das achte Opfer (Uta Kroemer)
Der Jäger (Julia Fischer)
Das Syndikat der Spinne (Uta Kroemer)
Kaltes Blut (Julia Fischer)
Das Verlies (Uta Kroemer)
Teuflische Versprechen (Julia Fischer)
Tödliches Lachen (Julia Fischer)
Das Todeskreuz (Johannes Steck)
Tod eines Lehrers (Tommi Piper)
Mord auf Raten (Tommi Piper)
Schrei der Nachtigall (Tommi Piper)
Unsichtbare Spuren (Stephan Benson)
Spiel der Teufel (Stephan Benson)
Mörderische Tage (leider nicht gelesen von Julia Fischer)
Eisige Nähe (Stephan Benson, März 2010)
Und Mai oder Juni 2011 ist Julia Durant wieder an der Reihe. Ich werde immer wieder gefragt, wann Julia denn wiederkommt, worauf ich nur antworten kann, Julia braucht dringend eine Auszeit nach dem traumatischen Erlebnis in “Mörderische Tage”. Obwohl sie in “Eisige Nähe” einen Kurzauftritt hat und damit klar ist, dass sie wieder arbeitet. Sicher, Julia-Durant-Fans werden denken, so lange muss ich noch warten, ein ganzes Jahr, aber ich garantiere Ihnen, das Buch wird Julia auf den Leib geschneidert sein.
Und nun noch etwas zu “Mörderische Tage”: Ich werde immer wieder angeschrieben, ob ich Julia “aus dem Verkehr ziehen” möchte. Nein, das habe ich nicht vor, obwohl es sich anbieten würde, schließlich hat sie eine Menge negativer Dinge erlebt. Ich weiß nicht, ob sie das alles verkraftet hat, ob die Therapie angeschlagen hat, ob … Nein, Julia kommt wieder, aber leicht verändert. Denn da ist ja auch noch die Neue, Sabine Kaufmann, die mit Hellmer so hervorragend zusammengearbeitet hat. Und für Berger wird es bald ein Ende geben, er wird sich allmählich in die Ruhestand verabschieden. Und wer wäre geeigneter seine Stelle einzunehmen? Ich denke, das ist plausibel. Ob es allerdings schon im kommenden Roman soweit ist, kann ich nicht beantworten, aber diese Veränderung wird stattfinden.
Aber mich würde schon interessieren, was Sie dazu sagen würden, würde ich Julia nicht mehr aktiv ermitteln lassen, was nicht heißt, dass sie nur noch in ihrem Büro rumhängt. Natürlich wird sie – sie ist ja schließlich eine höchst aktive und umtriebige Skorpionfrau
– ermitteln, Verhöre und Befragungen durchführen etc. pp. Es ist ja so, dass Veränderungen in jedem Leben stattfinden und wir Menschen nicht wie Mickey Mouse oder Donald Duck ewig gleich alt bleiben. Schreiben Sie mir oder diskutieren Sie im Forum, was Sie von einer anderen Konstellation bei der Mordkommission halten würden. Aber zu Ihrer Beruhigung: Julia wird noch nicht “sterben”, großes Ehrenwort! Ohne gekreuzte Finger!!!
Thema Rauchen (und das bleibt auch noch eine Weile hier stehen): Über Jahre hinweg wurde ich mahnend auf den extremen Zigarettenkonsum von Julia hingewiesen. Nun hat sie in “Das Todeskreuz” ihren Zigarettenkonsum bereits erheblich eingeschränkt, in “Mörderische Tage” raucht sie meines Wissens nach sogar nur zwei Zigaretten. Und jetzt auf einmal kommen ganz viele, die sich darüber beklagen, dass Julia doch nicht mehr die Julia sei, wenn sie mit einem Mal ihre eingefahrenen Rituale ablegt. Ich habe überlegt, wie ich denn nun allen gerecht werden kann und bin zu einem Schluss gekommen: Sie wird nicht mehr viel rauchen, aber sich doch hin und wieder eine anstecken, und sie wird vielleicht zwei- oder auch dreimal abends ihre Tomatensuppe mit Salamibrot und sauren Gurken essen. Aber ich betone es gerne noch einmal: Julias Mutter ist sehr qualvoll an Lungenkrebs gestorben, und bei Julia kam irgendwann der Punkt, wo sie sich sagte, dass sie nicht wie ihre Mutter enden wolle. Was doch verständlich ist, oder?
Wie schon in den “News” vom Mai letzten Jahres erwähnt, werde ich immer häufiger des Plagiats bezichtigt, d.h. ich hätte von anderen Autoren abgeschrieben. Ich garantiere, noch nie bei jemandem abgekupfert zu haben, da ich seit Ende der achtziger Jahre keinen einzigen Krimi mehr gelesen habe, allein schon aus Angst, unbewusst Gedanken und Passagen anderer Autoren in meine Romane einfließen zu lassen. Ich habe jedenfalls noch nie behauptet, jemand habe bei mir abgeschrieben oder meine Ideen für seine/ihre Zwecke benutzt, obwohl ich Etliches aus meinen Romanen schon in diversen Fernsehserien wiedergefunden habe und auch schon gefragt wurde, ob das aus einem meiner Bücher stammt.
Auch wenn ich es zum wer-weiß-wievielten-Mal wiederhole – bitte, bitte nicht traurig sein, wenn ich auf Mails nur in Ausnahmefällen antworte, ich musste nicht nur im vergangenen Jahr, sondern ganz speziell nach meinem wochenlangen Ausfall die Prioritäten neu setzen, was für mich auch bedeutet, dass ich an erster Stelle stehe, dann kommt meine Familie und erst danach der Beruf. Und wenn ich auch noch durch eine Krankheit außer Gefecht gesetzt werde … Nun, so ist das Leben, einfach unberechenbar.
Selbstverständlich gehört auch die Beantwortung von Mails zu meinen Aufgaben, aber es geht wirklich nicht bei allen. Ich werde auch sehr häufig gebeten, mir Manuskripte anzuschauen oder Referate durchzulesen … Es tut mir leid, aber ich bitte von solchen Wünschen abzusehen, da ich in einem zeitlich derart engen Korsett stecke, dass ich diese zusätzliche Arbeit nicht erledigen kann. Dennoch versichere ich Ihnen, dass ich mich über jede Mail und jeden Eintrag im Gästebuch freue und Ihnen allen von ganzem Herzen dafür dankbar bin.
Und noch einmal: Werfen Sie bitte auch einen Blick in die Rubrik Lesungen, wo Sie schon jetzt einsehen können, wann und wo einige der Herbst-Veranstaltungen stattfinden. Eigentlich hätte ich auch in München lesen sollen, aber leider wurde diese Veranstaltung abgesagt. Ausländer haben´s eben in München schwer
Nun wünsche ich allen LeserInnen dieser Seite alles nur erdenklich Liebe und Gute. Und denken Sie dran, nichts ist unmöglich, es sei denn, wir betrachten es so.
Bis bald und alles Liebe und seid nett zueinander
Andreas Franz
PS: Falls Sie Autogrammwünsche haben, so bitte ich Sie, diese mit einem frankierten Rückumschlag an folgende Adresse zu senden:
Novelist
Postfach 3140
65789 Hattersheim
Danke für Ihr Verständnis.

